Meine Worte berühren dich?
Dann trag dich gern hier ein und komm in meinen inneren Kreis – für ehrliche Impulse, stille Kraft und kleine Erinnerungen an dich selbst.

Vielleicht kennst du das?
Deine Frau war unterwegs. Mit Freundinnen, beim Coaching, auf einem Retreat.
Sie kommt nach Hause und wirkt gut. Ruhig. Klar. Irgendwie anders.
Du sitzt da und merkst: So kenne ich sie nicht.
Du versuchst, Anschluss zu finden – aber irgendetwas greift nicht mehr.
Früher wusstest du, wie sie tickt. Jetzt nicht mehr.
Und das macht dich unruhig.
Du fragst dich nicht, was mit dir los ist. Du fragst dich, was mit ihr passiert ist.
Du suchst nach dem Punkt, ab dem alles gekippt ist.
Denn so war sie früher nicht. So kommst du nicht mehr mit ihr klar.
Seit einiger Zeit fühlt sie sich anders an. Ich kann nicht sagen, ab wann genau. Es gab keinen großen Knall. Kein klares Ereignis. Aber irgendetwas hat sich verschoben. Sie ist nicht mehr so, wie ich sie kenne. Nicht falsch, nicht kalt – einfach anders. Ruhiger. Eigener. Weniger auf mich bezogen.
Früher wusste ich, wie sie tickt. Jetzt nicht mehr.
Sie sitzt mir gegenüber und wirkt in sich. Nicht abgewandt, aber auch nicht suchend. Sie erklärt sich nicht mehr. Sie fängt mich nicht mehr auf. Sie ist einfach da. Und genau das macht etwas mit mir. Es macht mich nervös. Unruhig. Ich spüre Druck, ohne zu wissen warum. Ich habe das Gefühl, keinen Halt mehr zu finden.
Ich suche nach einem Grund. Irgendwo muss das ja herkommen. Seit diesen Freundinnen ist sie anders. Seit dem Coaching redet sie anders. Seit dem Retreat passt hier etwas nicht mehr. Früher war sie nicht so. Früher war es einfacher. Früher wusste ich, wo ich stehe.
Ich merke, dass ich sie nicht mehr erreiche. Nicht so wie früher. Ich weiß nicht mehr, was ich tun muss, damit wieder Nähe entsteht. Alles, was ich kenne, greift nicht mehr. Und dieses Nicht-Wissen macht mich eng. Es fühlt sich an, als würde mir etwas entgleiten, ohne dass ich es festhalten kann.
Da ist Angst. Aber sie hat keinen Namen. Sie ist einfach da, als Spannung im Körper, als Gereiztheit, als innere Härte. Es gibt keinen Platz in mir, um diese Angst auszusprechen. Sie fühlt sich falsch an. Schwach. Beschämend. Also kommt sie nicht als Angst nach außen.
Stattdessen kommt etwas anderes.
Ein Satz rutscht mir raus. Der Ton wird schärfer. Ich fange Streit an, ohne darüber nachzudenken. Es ist kein Plan. Kein Entschluss. Es passiert einfach. So kenne ich Bewegung. So kenne ich Einfluss. So fühlt es sich an, wieder Boden unter den Füßen zu haben.
Im Streit reagiert sie. Sie wird emotional. Sie positioniert sich. Sie ist wieder greifbar. Nicht ruhig. Nicht bei sich. Sondern in der Auseinandersetzung mit mir. Und in diesem Moment fühlt sie sich mir wieder vertraut an. Auf Augenhöhe. Nicht, weil es wirklich so ist, sondern weil das alte Muster zurück ist.
Meine Frau sagt, ich würde sie kontrollieren.
Ich verstehe das nicht. Ich mache doch nichts absichtlich. Ich reagiere einfach. Ich versuche, wieder Kontakt herzustellen. Ich halte das nicht aus, wie sie da sitzt, so in sich, so unabhängig von mir. Der Streit fühlt sich für mich nicht falsch an. Er fühlt sich notwendig an. Wie der einzige Weg, um mit dem umzugehen, was in mir keinen anderen Ausdruck findet.
Erst später, wenn alles wieder ruhig ist, bleibt diese Leere. Nichts ist wirklich geklärt. Sie fühlt sich wieder anders an. Und ich merke, dass ich wieder am selben Punkt stehe. Mit derselben Unruhe. Mit demselben Druck. Ohne Worte dafür.
Und irgendwo tief drin ist die Angst, dass ich sie verliere. Nicht, weil sie geht. Sondern weil sie da ist – und ich nicht mehr weiß, wie ich zu ihr komme.
Wenn sie sich zurückzieht, fühlt sich das für sie wahrscheinlich unauffällig an. Sie braucht Zeit, reagiert nicht sofort, bleibt bei sich. Sie ist nicht kalt, sie schweigt nicht demonstrativ, sie entzieht sich nicht offen. Und doch passiert in mir etwas, das ich nicht steuern kann. Etwas kippt. Nicht langsam, sondern plötzlich.
Eben noch bin ich vernünftig, kompromissbereit, will die Beziehung halten. Ich verstehe, dass sie Raum braucht. Und dann, ohne Vorwarnung, bin ich an einem ganz anderen Punkt. Alles in mir drängt darauf, Abstand zu schaffen. Rauszugehen. Einen Schlussstrich zu ziehen. Trennung, Scheidung – als müsste es sofort eine Lösung geben, die mich schützt. Dieser Wechsel fühlt sich nicht wie eine Entscheidung an. Er passiert einfach. Als würde ein Schalter umgelegt.
Meine Frau sagt, ich wirke dann wie zwei verschiedene Menschen. Eben noch ansprechbar, dann plötzlich radikal. Ich verstehe, warum sie das so erlebt. Für mich fühlt es sich nicht an wie zwei Persönlichkeiten, sondern wie ein abruptes Umschalten in einen Zustand, in dem Nähe nicht mehr möglich ist. Mein System geht auf Schutz. Und Schutz bedeutet in diesem Moment: weg.
Ihr Rückzug ist dabei nicht das eigentliche Problem. Es ist das, was er in mir auslöst. Wenn sie bei sich bleibt, verliere ich meinen inneren Halt. Ich weiß nicht mehr, wie ich mich regulieren soll. Ich spüre Angst, aber sie kommt nicht als Gefühl, das ich benennen könnte. Sie ist einfach da, als innerer Druck, als Dringlichkeit, etwas tun zu müssen. Stillhalten geht nicht. Abwarten auch nicht.
In diesem Zustand gibt es keinen Raum für Nachdenken. Keine Sprache für Zweifel. Nur das Gefühl, dass ich mich sofort schützen muss. Nähe fühlt sich dann nicht mehr sicher an, sondern überfordernd. Und der Gedanke, die Beziehung zu beenden, wirkt plötzlich logisch. Nicht, weil ich sie nicht liebe, sondern weil mein Inneres Entlastung sucht.
Meine Frau sagt, ich würde ihren Rückzug nicht aushalten. Sie sagt, ich würde sie kontrollieren. Für mich fühlt es sich nicht nach Kontrolle an, sondern nach Überleben. Ich versuche, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Wieder Ordnung herzustellen. Wieder Klarheit zu erzwingen, wo alles diffus geworden ist.
Manchmal beginne ich, Strategien zu denken. Was wäre das Beste für die Familie? Wie kann ich Schaden begrenzen? Diese Gedanken fühlen sich vernünftig an, fast verantwortungsvoll. Aber sie entstehen nicht aus Ruhe, sondern aus Alarm. Aus dem Wunsch, diesen Zustand zu beenden, in dem ich mich innerlich verliere.
Dass dieser Wechsel für meine Frau beängstigend ist, sehe ich. Für mich ist er es auch. Ich merke nur, dass ich keinen anderen Umgang damit kenne. Ihr Abstand legt etwas in mir frei, dem ich nicht begegnen kann, ohne dass alles in mir auf Flucht schaltet. Und solange das so ist, wird jeder Rückzug von ihr nicht einfach Raum sein, sondern ein Auslöser. Nicht, weil sie etwas falsch macht, sondern weil mein Inneres keinen Ort hat, an dem es bleiben kann.
Solange sie auf mich reagiert hat, wusste ich, wo ich stehe. Wenn ich angespannt war, wurde sie ruhiger. Wenn ich unsicher war, erklärte sie mehr. Wenn ich Druck hatte, kam sie mir entgegen. Das lief nicht bewusst, es war einfach so. Nähe entstand darüber, dass sie verfügbar war, dass sie mitging, dass sie sich einfügte, ohne dass wir darüber gesprochen hätten. Das fühlte sich für mich sicher an.
Jetzt bleibt sie bei sich. Ihre Reaktionen sind anders. Sie erklärt sich nicht mehr automatisch, sie geht nicht mehr sofort mit, sie bleibt stehen, auch wenn ich innerlich kippe. Für sie wirkt das wahrscheinlich klar und stimmig. Für mich fühlt es sich an, als würde mir etwas aus den Händen gleiten. Nicht plötzlich, aber spürbar. Ich merke, dass ich sie nicht mehr auf die Weise erreiche, die mir vertraut ist.
Es fühlt sich nicht nach Machtverlust an, eher nach Orientierungsverlust. Ich weiß nicht mehr, wie Nähe entsteht. Ich weiß nicht mehr, wie ich Spannung abbauen soll. Sie ist nicht mehr vorhersehbar für mich, nicht mehr so leicht greifbar. Und genau das macht mir Angst, auch wenn ich sie nicht als Angst benennen kann. Es ist eher ein inneres Wegbrechen von Ordnung. Todesangst trifft es eher.
Ich merke, wie ich unruhig werde. Wie ich Fragen stelle, Dinge hinterfrage, kritischer werde. Nicht, weil ich sie verändern will, sondern weil ich versuche, wieder Halt zu bekommen. Ich will verstehen, was los ist, wo sie steht, was ich tun muss, damit es wieder vertraut wird. Sie sagt, sie sei eigenständig. Für mich hinterlässt es eine Lücke, die früher gefüllt war, ohne dass ich es bemerkt habe.
Meine Frau sagt, ich würde versuchen, sie zu kontrollieren. Aus meiner Sicht fühlt es sich nicht so an. Es fühlt sich an wie ein verzweifelter Versuch, wieder Sicherheit herzustellen. Ich tue doch alles für unsere Beziehung - aber es bringt gefühlt nur Chaos und Schmerz für uns beide. Am liebsten hätte ich meine alte Frau zurück, so wie sie war, da war es leichter. Ich kommt mit der neuen Version meiner Frau nicht zurecht. Sie sagt, sie habe sich früher angepasst, für mich ist das nur egoistisch.
Ihr Bei-sich-Sein zwingt mich, mit mir selbst konfrontiert zu sein. Mit meiner Unruhe, meiner Unsicherheit, meinem inneren Druck. Ich kann diese Zustände nicht gut halten. Ich habe nicht gelernt, sie zu benennen oder auszuhalten. Also versuche ich, über sie wieder Ordnung herzustellen. Nicht bewusst, nicht geplant, sondern aus dem Impuls heraus. Das macht den nächsten Streit oder den nächsten Versuch, die Beziehung zu beenden.
In diesen Momenten wird mir nicht klar, ob wir uns gerade auf Augenhöhe begegnen oder ob ich etwas verliere, das ich brauche, um überhaupt in Beziehung sein zu können. Ich spüre nur, dass die alte Form von Nähe nicht mehr trägt. Und dass ich keinen Ersatz dafür habe. Ihr Bei-sich-Sein legt offen, wie wenig innere Stabilität mir zur Verfügung steht, wenn ich sie nicht mehr über sie herstellen kann. Und genau daran entzündet sich der Kampf, den ich selbst kaum verstehe.
Seit sie sich verändert hat, fühlt sich alles instabil an. Sie ist ruhiger geworden, in sich gekehrter, weniger bereit, sich einzulassen. Nicht offen ablehnend, nicht kalt, aber nicht mehr so greifbar wie früher. Und ich merke, wie mich das nervös macht. Ich verstehe nicht, was passiert ist, nur dass ich sie nicht mehr erreiche wie früher.
Je mehr sie bei sich bleibt, desto stärker habe ich das Gefühl, dass sie sich aus der Verbindung zurückzieht. Nicht laut, nicht sichtbar, sondern leise. Sie sagt weniger, erklärt weniger, geht Konflikten aus dem Weg. Und ich spüre, wie mir das entgleitet. Wie etwas zwischen uns wegbricht, das früher selbstverständlich war.
Ich halte das nicht gut aus. Ihre Ruhe macht mich unruhig. Ihr Rückzug lässt mich nicht los. Ich gehe auf sie zu, frage nach, werde deutlicher, bestimmter. Nicht, um sie klein zu machen, sondern weil ich Kontakt herstellen will. Weil ich nicht verlieren will, was wir hatten. Aber je mehr ich dränge, desto mehr zieht sie sich zurück.
Ich merke, dass ich anfange, den Ton anzugeben. Dass ich bestimme, wie Gespräche laufen sollen, wann etwas geklärt werden muss, was richtig oder falsch ist. Es fühlt sich für mich nicht wie Dominanz an, sondern wie Ordnung. Wie der Versuch, wieder Halt zu bekommen. Wenn ich nichts tue, verschwindet sie innerlich noch mehr. Also werde ich aktiver. Lauter. Bestimmter. Meine Frau sagt, ich sei dominant.
Sie wird dabei leiser. Nachgiebiger. Sie gibt nach, um Ruhe zu haben. Um Streit zu vermeiden. Um mich nicht weiter aufzubringen. Und genau das fühlt sich für mich kurzfristig richtig an. Sie ist wieder greifbar, wieder da, wieder eingebunden. Auch wenn ich merke, dass etwas in ihr dabei verloren geht. Vielleicht hat sie das über die Jahre müde gemacht?
Ich sehe, dass sie sich zurücknimmt. Aber ich halte das nicht für Aufgeben, sondern für Empathie. Für ein Zurückkommen. Erst später merke ich, dass sie dabei immer weniger wird. Dass sie innerlich nachgibt, während ich äußerlich stärker werde. Dass mein Bedürfnis nach Kontakt sie immer weiter von sich selbst wegführt. Sie sagt, ich kontrolliere sie. Es ist nicht meine Absicht.
Ich habe Angst, sie zu verlieren. Diese Angst treibt mich an. Sie macht mich kontrollierend, ohne dass ich das so nennen würde. Ich will sie halten, festmachen, zurückholen. Und während ich kämpfe, gibt sie auf. Nicht die Beziehung, sondern sich selbst.
Und irgendwo tief in mir weiß ich, dass genau das uns beide zerstört. Aber ich weiß nicht, wie ich aufhören soll, ohne sie ganz zu verlieren. Wie lange macht sie das noch mit? Wie lange lässt sie sich noch dominieren / kontrollieren? Wann wird sie mit entgleiten? Das löst Todesangst in mir aus und bevor das geschieht, verlasse ich sie in Gedanken lieber selbst.
Wenn es ihr gut geht, wird es in mir unruhig. Sie wirkt leicht, entspannt, zufrieden, manchmal fast glücklich, ohne dass etwas Besonderes passiert ist. Sie steht in sich. Und während sie so dasteht, merke ich, wie sich in mir etwas verschiebt. Eben noch bin ich vernünftig, kompromissbereit, denke, wir kriegen das hin. Und dann kippt es. Schnell. Zu schnell.
Ihr gutes Gefühl trifft mich nicht als Freude, sondern als Abstand. Sie ist bei sich – und ich bin es nicht. Dieses Ungleichgewicht halte ich kaum aus. Es fühlt sich an, als würde sie mir entgleiten, während ich danebenstehe und nichts dagegen tun kann. Und dieses Gefühl ist nicht einfach unangenehm. Es ist existenziell. Als müsste ich mich sofort schützen, sonst gehe ich unter.
Ich merke, wie ich innerlich switche. Eben noch denke ich, wir sollten reden, ruhig bleiben, Lösungen finden. Und plötzlich ist da nur noch ein Gedanke: raus hier. Trennung. Scheidung. Abstand. Sofort. Nicht, weil ich das wirklich will, sondern weil alles in mir danach schreit, diesen Zustand zu beenden. Nähe fühlt sich dann nicht mehr sicher an, sondern bedrohlich. Ihr Glück wird zu etwas, das mich angreift, obwohl sie nichts tut.
Manchmal frage ich mich selbst, was mit mir los ist. Wie das so schnell wechseln kann. Sie sagt, es wirkt auf sie, als hätte ich zwei Persönlichkeiten. Ich frage mich, ob das stimmt. Ob mit mir etwas nicht in Ordnung ist. Ob ich mir Sorgen machen muss. Ob ich Hilfe brauche, Tabletten vielleicht, damit ich funktioniere, damit ich für die Familie da sein kann. Diese Gedanken kommen nicht aus Ruhe, sondern aus Angst.
Wenn sie glücklich ist, fühle ich mich unterlegen. Sie kann etwas, das ich nicht kann. Sie hält sich selbst. Sie braucht weniger. Und ich merke, dass ich das nicht benennen kann und schon gar nicht ändern. Das macht mich klein. Beschämt. Und gleichzeitig aggressiv. Ich werde gereizt, kritisch, beginne einen Streit oder ziehe etwas vom Zaun, einfach damit sich etwas verändert.
Im Streit passiert etwas Vertrautes. Sie ist nicht mehr so ruhig. Nicht mehr so bei sich. Sie reagiert. Sie wird ernst, angespannt, emotional. Und für einen Moment fühle ich mich wieder verbunden. Wir sind wieder im gleichen Zustand. Nicht gut, aber gemeinsam. Dieser Moment bringt Erleichterung, auch wenn er nichts löst.
Manchmal beginne ich, Pläne zu machen. Strategien. Was wäre das Beste für die Familie. Wie kann ich Schaden begrenzen. Vielleicht ist es besser, selbst zu gehen, bevor sie es tut. Diese Gedanken fühlen sich rational an, fast verantwortungsvoll. Aber sie kommen aus dem gleichen Ort wie der Streit: aus der Panik heraus, dieses innere Kippen nicht mehr aushalten zu müssen.
Ich sehe, dass sie vorsichtiger wird. Dass sie ihr gutes Gefühl zurückhält, um keinen Konflikt auszulösen. Ein Teil von mir merkt das und spürt Erleichterung. Ein anderer Teil weiß, dass dabei etwas verloren geht. Aber solange ich keinen anderen Umgang kenne mit diesem schnellen Wechsel in mir, bleibt ihr Glück für mich ein Problem. Nicht, weil ich es ihr nicht gönne, sondern weil ich mich darin selbst verliere.
Wenn es dir gut geht, wenn du klar bist, sicher wirkst oder selbstbewusst, gerate ich innerlich aus dem Gleichgewicht. Ich merke, dass ich mich neben dir kleiner fühle. Nicht, weil du mich angreifst, sondern weil ich mich nicht mehr auf Augenhöhe erlebe. Dein Auftreten macht etwas in mir sichtbar, das ich nicht halten kann.
Ich sage nichts Offenes. Ich greife dich nicht direkt an. Es sind eher kleine Bemerkungen, ein Blick, ein Tonfall. Ein Satz, der dich relativiert. Etwas, das deine Klarheit infrage stellt oder dein gutes Gefühl ein wenig dämpft. Nicht hart, nicht eindeutig. Gerade so viel, dass sich etwas verschiebt.
Ich merke, dass du dann innehältst. Dass du dich erklärst. Dass du vorsichtiger wirst. Und in mir entsteht Erleichterung. Nicht, weil ich dich verletzen will, sondern weil ich mich wieder stabiler fühle. Wenn du kleiner wirst, fühle ich mich weniger bedroht. Wir sind wieder näher beieinander. Nicht wirklich gleichwertig, aber in einem Zustand, den ich kenne.
Das passiert nicht geplant. Ich setze mich nicht hin und denke, dass ich dich runterziehen will. Es geschieht aus dem Moment heraus. Dein Selbstvertrauen bringt mich unter Druck. Deine Klarheit lässt mich unsicher werden. Also verschiebe ich etwas zwischen uns, damit ich wieder Boden unter den Füßen habe.
Ich sehe, dass du dich veränderst. Dass du weniger Raum einnimmst, leiser wirst, dich zurücknimmst. Ein Teil von mir spürt, dass das nicht stimmt. Ein anderer Teil fühlt sich beruhigt, weil es weniger Spannung gibt. Dein Wachstum wird langsamer, und ich merke, dass ich damit besser umgehen kann als mit deiner Stärke.
Manchmal frage ich mich, warum du plötzlich so empfindlich bist. Warum du dich erklärst, obwohl ich doch nichts „Großes“ gesagt habe. Ich merke nicht immer, was meine Worte bewirken. Ich spüre nur, dass sich etwas ausgleicht. Dass ich mich nicht mehr so unterlegen fühle wie vorher.
Meine Frau sagt, ich würde sie klein machen. Für mich fühlt es sich nicht so an. Es fühlt sich an wie ein Versuch, wieder auf Augenhöhe zu kommen. Aber diese Augenhöhe entsteht nicht dadurch, dass ich wachse, sondern dadurch, dass du nachgibst. Und das geht auf deine Kosten.
Je länger das so läuft, desto mehr verschiebt sich etwas zwischen uns. Du wirst vorsichtiger, kontrollierst deine Lebendigkeit, hältst dich zurück. Und ich merke, dass das Verhältnis stabiler wirkt, aber leerer wird. Deine Stärke ist nicht verschwunden, sie ist nur verdeckt. Und ich weiß irgendwo, dass das, was uns gerade hält, uns gleichzeitig langsam zerstört.
Ich strenge mich an. Das ist das, was ich am deutlichsten spüre. Ich versuche, Verbindung herzustellen, irgendetwas zwischen uns lebendig zu halten. Ich passe auf, ich schaue hin, ich frage nach. Ich will verstehen, was mit ihr los ist, wo sie steht, was sie braucht. Und egal, was ich tue, es scheint falsch zu sein.
Wenn ich etwas sage, nennt sie es Kontrolle.
Wenn ich nichts sage, nennt sie es Rückzug.
Ich weiß irgendwann nicht mehr, wie ich mich bewegen soll, ohne dass es gegen mich ausgelegt wird.
Ich merke, dass ich empfindlich werde. Wenn sie viel Zeit mit anderen verbringt, wenn sie von Gesprächen erzählt, von Dingen, die sie beschäftigen, werde ich innerlich unruhig. Nicht, weil ich ihr etwas verbieten will, sondern weil ich mich ausgeschlossen fühle. Ich frage nach, ich kommentiere, ich reagiere. Für mich ist das Interesse, vielleicht auch Sorge. Für sie fühlt es sich an wie Einschränkung.
Manchmal sage ich etwas Ironisches. Einen Satz, der ihre Stimmung relativiert oder ihre Klarheit ein bisschen erdet. Nicht, um sie klein zu machen, sondern weil ich merke, wie sehr sie mir davonläuft. Wenn sie dann stiller wird oder sich erklärt, habe ich für einen Moment das Gefühl, wieder bei ihr zu sein. Erst später höre ich, dass sie das als Abwertung erlebt.
Sie sagt, ich würde ihre Gefühle problematisieren. Dabei versuche ich nur, sie einzuordnen. Wenn sie Nähe will, wirkt es auf mich plötzlich viel. Wenn sie Abstand braucht, fühlt es sich nach Rückzug an. Ich versuche, das zu benennen, irgendwie zu greifen. Sie sagt, ich würde ihr Verhalten pathologisieren. Für mich fühlt es sich eher an wie der Versuch, wieder Orientierung zu finden.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie sich mir überlegen fühlt. Sie spricht anders, reflektierter, sicherer. Ihre Sicht wirkt gesetzt, meine defensiv. Ich erkläre mich, während sie bewertet. Und je mehr ich versuche, meine Perspektive einzubringen, desto mehr entsteht das Gefühl, dass ich derjenige bin, der falsch liegt.
Wenn es mir schlecht geht, sage ich das. Ich spreche meine Unruhe aus, meine Überforderung, meine Angst. Aber am Ende heißt es, ich würde die Verantwortung bei ihr abladen. Ich solle etwas ändern, damit es mir besser geht. Ich höre das und frage mich, was ich dann überhaupt noch sagen darf.
Es gibt keine klare Linie mehr. Nähe ist zu viel. Abstand auch. Initiative wirkt übergriffig. Zurückhaltung gleichgültig. Ich taste mich vor, korrigiere mich ständig, versuche, es richtig zu machen. Und genau dabei verliere ich mich selbst. Alles fühlt sich an wie ein Minenfeld.
Wenn ich mich zurückziehe, wird die Stimmung kalt. Wenn ich bleibe, werde ich als kontrollierend erlebt. Sie spürt sofort, wenn etwas nicht passt, auch wenn ich nichts sage. Und diese Spannung regelt mein Verhalten stärker als jedes Gespräch. Ich merke, dass ich vorsichtiger werde, berechnender vielleicht, ohne das zu wollen.
Sie sagt, ich würde ihre Zeit kommentieren. Ihre Treffen. Ihre Ruhephasen. Für mich ist das kein Kontrollieren, sondern ein Versuch, noch Teil ihres Lebens zu sein. Nicht außen vor zu stehen. Nicht überflüssig zu werden.
Wenn sie Grenzen setzt, fühlt es sich für mich oft an wie ein moralischer Vorwurf. Als wäre ich schuld daran, dass es ihr schlecht geht. Selbst Gedanken an Trennung oder Abstand scheinen sofort bewertet. Als müsste ich für alles Verantwortung übernehmen, was zwischen uns schmerzt.
Ich merke irgendwann, dass Schuld an die Stelle von Verbindung tritt. Dass ich bleibe, erkläre, mich anpasse, nicht weil ich mich gesehen fühle, sondern weil ich niemanden verletzen will. Und gleichzeitig höre ich immer wieder, dass genau das als Kontrolle erlebt wird. Ich bin immer der Arsch, ich bin immer der Böse.
An diesem Punkt weiß ich nicht mehr, was ich tun soll. Alles, was aus mir heraus Verbindung sucht, scheint sie einzuengen. Und alles, was sie freier macht, lässt mich zurück. Ich kämpfe nicht um Macht. Ich kämpfe darum, nicht ganz aus der Beziehung zu fallen. Und trotzdem stehe ich am Ende da als der, der kontrolliert – während ich innerlich nur versuche, Halt zu finden. Ich bin verwirrt.
Ich strenge mich an, halte mich zurück, gehe auf sie zu, versuche es anders – und nichts scheint zu stimmen. Nähe ist falsch, Abstand auch. Reden ist Kontrolle, Schweigen ebenso. Egal, was ich tue, es reicht nicht oder ist zu viel. Ich verliere den Überblick darüber, was überhaupt noch erlaubt ist. Und während ich versuche, Verbindung herzustellen, habe ich das Gefühl, immer weiter daneben zu greifen.
Meine Frau sagt, ich würde sie verwirren. Dass sie sich nach Gesprächen mit mir unsicher fühlt. Dass sie nicht mehr weiß, was sie eigentlich empfindet. Ich höre das und verstehe es nicht, weil ich doch nur sage, wie ich es meine. Wie ich etwas erlebe. Wie ich denke, dass es gemeint war.
Wenn sie mir sagt, etwas habe sie verletzt oder verunsichert, korrigiere ich das. Nicht, um sie klein zu machen, sondern um klarzustellen, dass es so nicht gewesen sein kann. Ich erkläre ihr meine Absicht. Dass ich es nicht so meinte. Dass sie das falsch verstanden haben muss. Für mich ist das Ordnung schaffen. Dinge richtigstellen. Missverständnisse auflösen.
Sie sagt dann, sie fühle sich nicht ernst genommen. Ich dagegen habe das Gefühl, dass sie überreagiert. Dass sie Dinge größer macht, als sie sind. Ich versuche, sie zu beruhigen, ihr zu zeigen, dass es keinen Grund gibt, sich so zu fühlen. Dass sie sensibel ist. Dass sie etwas hineinliest. Ich meine es gut. Ich will, dass sie sich sicher fühlt.
Und trotzdem wird sie unsicherer.
Sie fängt an zu zögern, fragt nach, erklärt sich immer wieder. Sie wirkt nachdenklich, zweifelnd, als würde sie sich selbst nicht mehr trauen. Das irritiert mich, weil ich doch nur meine Sicht darlege. Meine Wahrnehmung. Meine Wahrheit. Ich frage mich, warum sie das so durcheinanderbringt.
Meine Frau sagt, sie verliere den Boden unter den Füßen in unseren Gesprächen. Dass sie nicht mehr weiß, ob das, was sie fühlt, richtig ist. Ich höre das und denke, dass sie sich zu sehr verunsichern lässt. Dass sie lernen müsste, klarer zu bleiben. Ich sehe nicht, dass das, was ich sage, sie destabilisiert. Für mich bringt es Struktur.
Wenn sie zweifelt, fühle ich mich ruhiger. Die Situation ist weniger aufgeladen. Sie stellt weniger Forderungen. Sie ist vorsichtiger. Und das gibt mir Halt. Nicht bewusst, nicht geplant. Aber ich merke, dass es mir besser geht, wenn sie nicht mehr so sicher ist. Wenn sie sich rückversichert, statt zu bestehen.
Ich verstehe nicht, warum sie das als Manipulation erlebt. Ich sage doch nur, wie ich es meine. Ich erkläre meine Intention. Ich korrigiere ihre Sicht. Dass sie dabei sich selbst verliert, sehe ich nicht. Oder ich kann es nicht sehen, weil ich sonst das Gefühl hätte, alles falsch zu machen.
Meine Frau sagt, ich würde meine Wahrnehmung über ihre stellen. Dass sie sich in meiner Version verliert. Für mich fühlt es sich an, als würde ich nur für Klarheit sorgen. Unendliche Diskussionen. Aber je öfter wir darüber sprechen, desto weniger weiß ich, was ich noch sagen darf. Und gleichzeitig merke ich nicht, dass genau dieses „Richtigstellen“ mich stabilisiert – und sie aus dem Gleichgewicht bringt.
Ich bleibe überzeugt davon, dass ich es gut meine. Und genau darin liegt etwas, das ich selbst nicht verstehe: Dass das, was mir Halt gibt, sie zunehmend verwirrt.
Früher lief alles. Nicht perfekt, aber reibungslos. Wir hatten keine großen Konflikte, keine lauten Auseinandersetzungen. Nach außen waren wir das Vorzeige-Ehepaar. Verlässlich, organisiert, eingespielt. Alles war in Ordnung. Zumindest sah es so aus. Und ich habe geglaubt, dass genau das Beziehung ist.
Dass sie sich angepasst hat, habe ich nicht als Anpassung gesehen. Es fühlte sich an wie Harmonie. Wie ein gutes Miteinander. Alles lief wie in Butter. Wir haben funktioniert. Die Kinder waren versorgt, der Alltag geregelt, wir waren präsent, leistungsfähig. Und trotzdem war da diese unterschwellige Müdigkeit. Diese Gereiztheit. Eine Traurigkeit, für die es keinen klaren Grund gab.
Jetzt sagt sie, dass ihr etwas gefehlt hat. Dass sie sich selbst verloren hatte. Dass sie anfangen musste, auf sich zu hören. Für mich kam das aus dem Nichts. Plötzlich stellt sie Dinge infrage, die für mich immer selbstverständlich waren. Sie macht sich auf den Weg – und nennt das Selbstliebe.
Für mich fühlt es sich anders an. Es fühlt sich an, als würde sie aussteigen. Als würde sie etwas für sich holen, das uns fehlt. Während ich versuche, alles zusammenzuhalten, geht sie einen Schritt weg. Nicht laut, nicht dramatisch, aber spürbar. Sie ist nicht mehr so verfügbar. Nicht mehr so angepasst. Nicht mehr so glatt.
Ich strenge mich an. Wirklich. Ich versuche mitzuhalten, zu verstehen, Gespräche zu führen, Dinge zu klären. Aber ich merke, dass ich an meine Grenzen komme. Alles, was früher funktioniert hat, trägt nicht mehr. Die Art, wie wir Nähe gehalten haben, greift nicht mehr. Die Rollen, die uns stabil gemacht haben, lösen sich auf.
Und während sie sagt, sie werde lebendiger, wird es für mich anstrengender. Die Kinder reagieren darauf. Sie sind unzufriedener, sensibler, schneller gereizt. Sie spiegeln, dass etwas fehlt. Und ich stehe da und frage mich, warum das alles nötig war, wo doch eigentlich alles lief.
Sie sagt, es habe nur so ausgesehen, als liefe alles. Für mich fühlt es sich an, als würde sie etwas zerstören, das getragen hat. Ich sehe nicht ihre Befreiung, ich sehe den Verlust von Stabilität. Und ich weiß nicht, wie ich Nähe herstellen soll, wenn das, was uns verbunden hat, plötzlich nicht mehr gelten soll.
Sie nennt es Selbstliebe.
Für mich fühlt es sich an, als würde ich alleine zurückbleiben mit einer Familie, die aus dem Gleichgewicht geraten ist – während sie einen Weg geht, auf dem ich ihr nicht folgen kann.
Ich merke, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem nichts mehr einfach weiterläuft. Es geht nicht mehr um einzelne Situationen, nicht um Missverständnisse oder schlechte Phasen. Etwas Grundsätzliches steht im Raum. Und ich spüre den Druck, mich dazu verhalten zu müssen, auch wenn ich innerlich noch gar nicht so weit bin.
Sie sagt, wir können so nicht weitermachen. Dass es nicht reicht, wenn nur einer sich anpasst oder erklärt. Dass Beziehung bedeutet, dass jeder für sich Verantwortung übernimmt. Ich höre das und habe das Gefühl, dass mir etwas abverlangt wird, wofür ich kein Werkzeug habe. Ich soll etwas tragen, das mir Angst macht. Meine Unsicherheit, meine Unruhe, dieses innere Kippen – ich soll das allein halten. Und ich weiß nicht, ob ich das kann.
Für sie ist klar, dass sie nicht mehr zurückgehen will. Nicht kleiner werden, nicht wieder funktionieren, nicht wieder glatt. Für mich fühlt sich das an wie ein Verlust von etwas, das uns stabil gemacht hat. Ich sehe nicht zuerst ihre Befreiung, ich sehe die Gefahr, dass alles auseinanderfällt, wenn niemand mehr ausgleicht.
Sie sagt, Nähe entstehe nicht dadurch, dass sie sich reguliert, damit ich mich sicher fühle. Für mich war genau das aber lange Nähe. Dass wir aufeinander achten, Spannungen ausgleichen, uns einpassen. Jetzt soll das nicht mehr gelten. Und ich stehe da und frage mich, was dann bleibt.
Es fühlt sich an, als müsste ich etwas aushalten, das mich überfordert. Ihre Eigenständigkeit, ihre Klarheit, ihr Bei-sich-Sein. Sie sagt, sie brauche diesen Raum, um sich nicht selbst zu verlieren. Ich höre das und spüre gleichzeitig die Angst, dass ich genau dabei sie verliere. Nicht plötzlich, sondern schleichend.
Die Frage, die im Raum steht, ist nicht, ob sie sich zu sehr verändert. Für mich ist die Frage, ob diese Beziehung so noch tragen kann. Ob es Platz gibt für zwei Menschen, die nicht mehr ineinander aufgehen. Und ob ich in diesem neuen Feld noch eine Rolle habe, die sich nicht nach Zurückbleiben anfühlt.
Sie spricht von Augenhöhe. Ich spüre vor allem Bodenlosigkeit. Sie weiß, wo sie steht. Ich nicht. Und während sie sagt, dass sie sich selbst nicht mehr verlassen wird, frage ich mich, ob ich derjenige bin, der am Ende alleine mit dieser Entscheidung dasteht. Nicht, weil ich gehen will, sondern weil ich nicht weiß, wie ich bleiben soll, ohne alles zu verlieren, was mir Halt gegeben hat.
Auch Frauen können kontrollieren. Nicht laut, nicht offensichtlich, nicht über offene Verbote. Sondern über Dauerpräsenz, Bewertung und ein ständiges Infragestellen. Für den Mann fühlt sich das nicht wie Macht an, sondern wie permanentes Scheitern.
Es gibt kaum Streit im klassischen Sinn. Stattdessen eine dauerhafte Unzufriedenheit. Ein Grundton von Kritik. Egal, was er tut, es reicht nicht. Es ist nicht richtig. Nicht genug. Nicht durchdacht. Nicht passend. Er bemüht sich – und erlebt doch immer wieder, dass etwas nicht stimmt.
Nicht aggressiv, sondern beiläufig. Mit Blicken, mit Tonfall, mit kleinen Bemerkungen. Er spürt, dass er unter Beobachtung steht. Dass er sich erklären muss. Dass er vorsichtiger wird, bevor er überhaupt etwas sagt.
Sie traut ihm wenig zu. Nicht offen, aber spürbar. Sie weiß es besser. Sie denkt weiter. Sie ist schneller. Seine Ideen wirken in ihren Augen naiv, unpraktisch oder unrealistisch. Also greift sie ein. Korrigiert. Plant um. Entscheidet anders. Seine Vorhaben verlaufen im Sand, noch bevor sie beginnen konnten.
Er merkt, dass er nichts richtig machen kann. Nähe ist falsch, Rückzug auch. Initiative wirkt übergriffig, Abwarten gleichgültig. Alles wird kommentiert. Alles bewertet. Und je mehr er versucht, es ihr recht zu machen, desto mehr verliert er den Überblick darüber, was überhaupt noch zählt.
Es gibt wenig Anerkennung. Kaum liebe Worte. Selten echte Bestätigung. Stattdessen Hinweise darauf, was fehlt, was besser sein könnte, was noch nicht reicht. Nicht als Angriff, sondern als Dauerzustand. Er beginnt, an sich zu zweifeln. An seiner Kompetenz. An seinem Gefühl. An seinem Wert.
Was ihn besonders zermürbt: Er weiß nie genau, woran er ist. Es gibt keine klaren Regeln, nur wechselnde Erwartungen. Heute ist etwas wichtig, morgen unwichtig. Was gestern kritisiert wurde, wird heute erwartet. Diese Unklarheit bindet Energie. Er ist ständig damit beschäftigt, mitzudenken, sich anzupassen, Fehler zu vermeiden.
Nach außen wirkt die Beziehung ruhig. Strukturiert. Funktionierend. Doch innerlich wird er kleiner. Leiser. Vorsichtiger. Er bringt sich weniger ein, weil es ohnehin falsch ist. Nicht aus Trotz, sondern aus Erschöpfung.
Auch das ist Kontrolle.
Nicht durch Einschränkung von Freiheit, sondern durch dauerhafte Entwertung.
Nicht durch Machtworte, sondern durch das Gefühl, nie zu genügen.
Und wie im ersten Fall gilt auch hier:
Eine Beziehung, die nur funktioniert, wenn einer ständig korrigiert und der andere sich zurücknimmt, ist keine Beziehung auf Augenhöhe. Sie ist ein Machtgefälle – egal, wer es ausübt.
In diesem Zustand sucht der Mann Hilfe. Nicht aus Neugier, sondern aus Not. Er ist im Tunnelblick, immer wieder im Alarm, immer wieder an derselben inneren Grenze. Etwas kippt, er gerät in Panik, er verliert den Halt – und dann braucht er jemanden, der ihm sagt, was er tun soll. Oder zumindest jemanden, der ihn versteht.
Was er in diesem Moment kaum aushält, ist Offenheit. Nicht-Wissen. Warten. Das Gefühl, die Kontrolle aus der Hand zu geben. Vertrauen fällt ihm schwer, weil genau das sein Thema ist: Kontrolle als einziger Weg, sich sicher zu fühlen.
Deshalb ist die Versuchung groß, viele Gespräche zu führen, statt eines wirklich zuzulassen. Zehn Termine bei zehn verschiedenen Coaches fühlen sich sicherer an als ein einziger Prozess, der tiefer geht. Solange er erzählt, erklärt, schildert, bleibt er im bekannten Feld. Er wird gehört, bekommt Rückmeldung, vielleicht sogar Bestätigung. Aber er bleibt in Kontrolle.
Was ihm dabei oft nicht bewusst ist: Auch das ist ein Schutzmechanismus. Solange er springt, sucht, vergleicht, entscheidet, muss er sich nicht einlassen. Nicht wirklich. Denn echte Transformation bedeutet, den alten Halt zu verlieren, bevor ein neuer da ist. Und genau das macht Angst.
Eine Begleitung, die wirklich trägt, gibt ihm keine schnellen Lösungen. Sie nimmt ihm die Kontrolle nicht ab, aber sie stärkt sie auch nicht künstlich. Sie hält aus, dass er schwankt. Dass er zweifelt. Dass er immer wieder zurück in alte Muster will. Sie führt ihn nicht aus der Angst heraus, sondern durch sie hindurch.
Das ist ungewohnt. Und beängstigend. Denn hier kann er sich nicht mehr über Kontrolle regulieren. Hier zählt nicht, wie gut er argumentiert oder wie schlüssig seine Gedanken sind. Hier geht es darum, zu bleiben – auch wenn alles in ihm weglaufen will.
Der eigentliche Fallstrick liegt deshalb nicht darin, den falschen Begleiter zu wählen. Er liegt darin, den Prozess zu meiden, der Vertrauen wirklich erfordern würde. Lieber viele kurze Kontakte als eine tiefe Bindung. Lieber Ratschläge als Wandlung. Lieber den alten Zustand stabilisieren, als sich auf etwas einzulassen, das ihn verändern könnte.
Und genau hier entscheidet sich etwas Grundsätzliches:
Ob Hilfe dazu dient, den Notzustand zu verwalten – oder ob sie einen Weg öffnet, der aus ihm herausführt. Nicht über neue Kontrolle, sondern über Vertrauen. Schritt für Schritt. In einem Tempo, das Angst zulässt, ohne ihr das Steuer zu überlassen.
Was dabei oft übersehen wird: Hilfe wird meist nur dann gesucht, wenn der Alarm schon läuft, wenn die Todesangst spürbar wird. Wenn es brennt. Wenn der Druck unerträglich wird. In ruhigeren Phasen dagegen taucht kaum jemand auf. Dann scheint es nicht nötig, dann funktioniert es ja wieder. Genau dort wäre es aber möglich, das zu erarbeiten, was wirklich trägt.
Echte Begleitung braucht Präsenz auch zwischen den Krisen. Nicht nur dann, wenn alles kippt, sondern gerade dann, wenn es sich scheinbar beruhigt hat. Viele Männer kommen immer wieder nur im Notzustand, verschwinden wieder, sobald es besser wird – und erwarten im Nachhinein, dass der Begleiter all das hätte wissen oder vorhersehen müssen, was nie gezeigt wurde. Die Tiefe, die später vermisst wird, konnte so gar nicht entstehen.
Dranbleiben fühlt sich oft unnötig an, wenn kein akuter Schmerz da ist. Aber genau hier entscheidet sich, ob ein Prozess wirklich greifen kann. Vertrauen entsteht nicht im Ausnahmezustand allein, sondern in der Kontinuität. Wer nur dann Hilfe zulässt, wenn der Alarm schreit, bleibt im alten Muster gefangen – und macht den Begleiter im Rückblick verantwortlich für etwas, das er nie sehen durfte.
An diesem Punkt geht es nicht mehr darum, ob du die richtigen Worte findest. Nicht darum, ob du erklären kannst, dass du es verstanden hast. Viele Männer können sehr überzeugend sagen, dass sie Einsicht haben. Dass sie verstanden haben, worum es geht. Dass sie sich ändern wollen. Sie meinen das oft ehrlich. Und trotzdem ändert sich nichts Wesentliches.
Der Unterschied zeigt sich nicht in dem, was du sagst, sondern in dem, was du nicht mehr tust.
Weiter kommst du dort, wo du aufhörst, den anderen zu regulieren. Wo du nicht mehr erwartest, dass sie sich anpasst, erklärt oder zurücknimmt, damit es dir besser geht. Wo du deine Unsicherheit nicht mehr an sie weiterreichst, sondern beginnst, sie selbst zu tragen. Das ist kein großer Akt. Es ist leise. Unbequem. Und oft fühlt es sich zunächst wie Kontrollverlust an.
Du merkst, dass du weiterkommst, wenn du ihr Erleben stehen lassen kannst, ohne es zu korrigieren. Wenn du ihre Gefühle nicht mehr relativierst, nicht mehr einordnest, nicht mehr „richtigstellst“. Wenn du aushältst, dass sie anders empfindet, ohne daraus sofort eine Bedrohung zu machen. Dann entsteht Raum. Nicht, weil du etwas richtig machst, sondern weil du etwas lässt.
Im Alten bleibst du, wenn sich nur die Sprache verändert. Wenn du von Einsicht sprichst, aber innerlich weiter erwartest, dass sie sich wieder wie früher verhält. Wenn du sagst, du arbeitest an dir, aber gereizt reagierst, sobald sie sich nicht anpasst. Wenn du um Zeit bittest, während sie erneut beginnt, sich zu regulieren, um die Beziehung zu halten. Dann bleibt die Dynamik dieselbe – nur subtiler.
Ein klares Kriterium ist deshalb: Wer trägt gerade?
Bist du es – oder landet es wieder bei ihr?
Musst sie erklären, abfedern, Rücksicht nehmen, dich beruhigen? Trägt sie deine Schwierigkeiten?
Oder bleibst du bei dir, auch wenn es unangenehm wird?
Wenn du merkst, dass die Verantwortung immer wieder zu ihr zurückfällt, dann hat sich nichts Grundsätzliches verändert. Auch dann nicht, wenn die Worte reflektierter klingen. Veränderung zeigt sich nicht darin, dass alles wieder ruhig wird, sondern darin, dass du aushältst, dass es nicht sofort ruhig wird.
Und dann gibt es einen Punkt, der weh tut, aber ehrlich ist. Wenn du diese Verantwortung nicht übernehmen kannst oder willst, bleibt sie nicht irgendwo dazwischen. Sie kippt zurück in die Beziehung. Und dort wird sie wieder getragen – von ihr. Nicht, weil sie will, sondern weil jemand tragen muss.
An diesem Punkt geht es nicht darum, alles zusammenzuhalten. Weiterkommen heißt nicht, um jeden Preis zu bleiben. Manchmal heißt es, anzuerkennen, dass eine Beziehung nur dann tragfähig ist, wenn niemand sich selbst verlassen muss, damit der andere sich sicher fühlt. Willst du eine Änderung? Dann kann ein gemeinsamer Weg möglich sein. Möchtest du weiter machen wir bisher? Dann könnte es wirklich zu seiner Trennung kommen. Denn Sie wird trauriger, wenn ihr zusammen bleibt, sie spürt jetzt, dass sie sich selbst verloren hatte und sie wird nicht mehr weiter machen können.
Ich sage, dass ich nicht mehr kann. Dass es mir zu viel wird. Dass ich mich schützen muss. Und das fühlt sich für mich auch so an. Mein Körper steht unter Strom, ich bin dauernd angespannt, innerlich kurz vorm Kippen. Wenn ich von Selbstfürsorge spreche oder davon, dass ich Abstand brauche, meine ich das ernst. Ich habe nicht das Gefühl, jemanden zu manipulieren. Ich habe das Gefühl, zu überleben.
Seit sie sich verändert hat, komme ich kaum noch zur Ruhe. Es fühlt sich an, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen. Nicht, weil die Beziehung an sich gefährlich ist, sondern weil ich keinen Zugriff mehr habe. Sie passt sich nicht mehr an. Sie beruhigt mich nicht mehr. Sie ist nicht mehr so erreichbar wie früher. Und das macht mir Angst, auch wenn ich das so nicht benennen kann.
Also sage ich Sätze wie: So wie du jetzt bist, geht das nicht.
Oder: Das macht mich kaputt.
Oder: Ich erkenne dich nicht wieder.
Für mich fühlt sich das an wie Verantwortung. Wie ein ehrlicher Hinweis darauf, dass hier etwas nicht stimmt. Dass es so nicht weitergehen kann. Was ich dabei nicht sehe: dass ich meine Überforderung nach außen lege. Dass mein innerer Stress plötzlich ihr Problem wird. Dass meine Angst zur Begründung dafür wird, warum sie sich wieder ändern müsste.
Wenn ich dann von Trennung spreche, fühlt sich das für mich nicht nach Drohung an, sondern nach Notausgang. Nach Kontrolle zurückholen. Nach einem Versuch, den Zustand zu beenden, der sich für mich unerträglich anfühlt. Ich trage diese Entscheidung nicht als meine, sondern als Konsequenz aus ihrem Verhalten. Innerlich bleibt die Logik bestehen: Wenn du anders wärst, müsste ich das nicht tun.
Von außen mag das wie Schuldzuweisung wirken. Für mich fühlt es sich wie Selbstschutz an. Ich merke nicht, dass ich sie damit moralisch binde. Dass sie plötzlich verstehen, Rücksicht nehmen, sich schuldig fühlen soll. Ich sehe nur, dass ich keinen anderen Weg finde, mit meiner Angst umzugehen.
Echte Verantwortung würde heißen, stehen zu bleiben. Zu sagen: Ich komme damit nicht zurecht. Punkt. Ohne Erklärung, ohne Schuld, ohne Forderung nach Veränderung beim anderen. Aber genau das fühlt sich für mich am bedrohlichsten an. Denn dann bin ich allein mit dem, was in mir los ist.
Und deshalb ist der Unterschied so schwer zu erkennen. Nicht an den Worten. Sondern an der Wirkung. Wird es freier – oder enger? Bleibt sie bei sich – oder beginnt sie wieder, sich verantwortlich zu fühlen für meinen Zustand? Daran würde sich zeigen, ob ich Verantwortung übernehme – oder ob ich nur versuche, die Kontrolle in einer anderen Form zurückzuholen.
Es fühlt sich nicht an wie ein Beziehungsproblem. Es fühlt sich an, als würde alles gleichzeitig wegbrechen. Als hätte ich den Boden verloren. Ich bin nicht mehr sicher, wem ich trauen kann. Nicht ihr. Nicht mir. Nicht dem, was ich gestern noch wusste. Alles kippt. Und in diesem Zustand gibt es nur noch eines: raus hier. Rückzug. Abschotten. Kontrolle zurückholen – irgendwie.
Ich habe das Gefühl, in Not zu sein. Als wäre ich angegriffen, ausgeliefert, allein. Und wenn ich ehrlich bin: Ich sehe dann überall Feinde. Ihre Freundinnen. Der Coach. Das Retreat. Die Gespräche. Irgendetwas muss schuld sein, dass sie so geworden ist. Dass ich mich so fühle. In mir entsteht ein Tunnelblick, und in diesem Tunnel gibt es keine Zwischentöne mehr. Nur noch richtig oder falsch. Bleiben oder gehen. Angriff oder Flucht.
Ich kann in diesen Momenten niemandem vertrauen. Auch nicht denen, die mir helfen wollen. Alles fühlt sich unsicher an. Jeder Rat klingt wie ein Eingriff. Jede Frage wie ein Angriff. Also ziehe ich mich zurück. Oder ich treffe Entscheidungen, die sich nach Handlung anfühlen. Trennung. Abstand. Schluss. Hauptsache, dieser Zustand hört auf.
Was weh tut, ist das, was ich später sehe. Wenn es ruhiger wird. Wenn der Alarm nachlässt. Dann kann ich klarer hinschauen. Dann erkenne ich Dinge, die ich im Notfallmodus nicht sehen konnte. Dann merke ich, dass ich Entscheidungen getroffen habe, die ich in Klarheit ganz anders getroffen hätte. Das einzugestehen tut weh. Weil ich mich gerne als jemand sehe, der alles im Griff hat. Der weiß, was er tut. Der Kontrolle hat.
Aber die Wahrheit ist: In diesen Zuständen habe ich sie nicht. Ich reagiere. Ich kämpfe. Ich flüchte. Und ich erzähle mir Geschichten, um das auszuhalten. Geschichten darüber, dass ich mich schütze. Dass es nicht anders geht. Dass ich keine Wahl habe. Ich bin gut darin, mich selbst zu überzeugen – solange der Druck hoch ist.
Zu erkennen, dass mein Wunsch nach Kontrolle genau in diesen Momenten am stärksten ist, ist schmerzhaft. Weil er mir Sicherheit verspricht, aber Entscheidungen hervorbringt, die ich später kaum wiedererkenne. Und vielleicht liegt genau hier der Punkt, an dem es nicht um Stärke oder Schwäche geht, sondern um die Frage, ob ich bereit bin, mir selbst auch dann zu begegnen, wenn ich keine Kontrolle habe.
Am Ende komme ich an einen Punkt, an dem ich nicht mehr ausweichen kann. Nicht durch Rückzug. Nicht durch Kontrolle. Nicht durch Entscheidungen im Affekt. So wie es bisher war, trägt es nicht mehr. Aber ich weiß auch nicht, wie es anders gehen soll.
Ein Teil von mir will, dass alles wieder so wird wie früher. Übersichtlich. Verlässlich. Berechenbar. Ein anderer Teil spürt, dass genau das vielleicht nie wirklich Beziehung war, sondern ein Miteinander, das nur funktioniert hat, weil sie sich angepasst hat – und ich mich sicher gefühlt habe. Dieser Gedanke macht mir Angst. Und gleichzeitig ahne ich, dass ich ihn nicht mehr wegschieben kann.
Die Frage ist nicht mehr, ob sie sich wieder zurücknehmen kann. Die Frage ist, ob ich lernen kann, mit meiner Unsicherheit zu sein, ohne sie zu kontrollieren. Ob ich aushalten kann, dass sie eine eigenständige Person ist – mit eigenen Gefühlen, eigenen Bedürfnissen, einer eigenen Lebendigkeit, die nicht um mich kreist. Und ob Nähe für mich etwas anderes werden darf als das Gefühl, alles im Griff zu haben.
Hier liegt die eigentliche Sollbruchstelle. Nicht zwischen uns, sondern in mir. Kann ich festen Boden unter den Füßen finden, ohne dass sie sich kleiner macht? Kann ich mich regulieren, ohne sie zu regulieren? Kann ich lernen, meine Angst mitzuteilen, statt sie in Kontrolle zu verwandeln?
Und vielleicht die größte Frage von allen: Ist es möglich, mit meiner Frau verbunden zu sein – auf eine neue Art? Nicht aus Symbiose heraus, sondern als zwei Menschen, die nebeneinander stehen. Ohne dass einer sich verliert, damit der andere sich sicher fühlt.
Ich weiß nicht, ob ich das kann. Aber ich weiß, dass ich es herausfinden muss. Denn Beziehung auf Augenhöhe beginnt nicht dort, wo alles ruhig ist, sondern dort, wo ich bereit bin, mich der Angst hinter meiner Kontrolle zu stellen, auch dann, wenn ich keine Lösung dafür habe.
Wenn ich diesen Weg gehe, verliere ich nicht meine Frau. Ich verliere auch nicht mich. Ich verliere vor allem eines: den permanenten Kampf. Den inneren Alarmzustand. Das Gefühl, alles im Griff haben zu müssen, um nicht unterzugehen.
Die erste Belohnung ist Ruhe. Nicht die starre Ruhe der Kontrolle, sondern eine, die von innen kommt. Ich muss nicht mehr ständig scannen, ob etwas kippt. Ich muss nicht mehr wachsam sein, nicht mehr gegen etwas ankämpfen, das ich nicht benennen kann. Ich darf unsicher sein, ohne dass alles zerfällt. Das allein verändert alles.
Die zweite Belohnung ist echte Nähe. Nicht die Nähe, die entsteht, wenn der andere sich anpasst, sondern die, die bleibt, auch wenn wir verschieden sind. Meine Frau muss sich nicht mehr zurücknehmen, um mich zu stabilisieren. Und ich muss sie nicht mehr klein halten, um mich sicher zu fühlen. Nähe entsteht nicht mehr aus Angst, sondern aus Wahl.
Ich werde gesehen – nicht als der, der alles im Griff hat, sondern als der, der wirklich da ist. Mit Gefühlen. Mit Zweifeln. Mit dem, was mich bewegt. Und paradoxerweise verliere ich dadurch keine Stärke, sondern gewinne sie. Weil ich nicht mehr gegen mich selbst arbeiten muss.
Ich gewinne Würde zurück. Meine eigene. Nicht über Dominanz oder Kontrolle, sondern darüber, dass ich mir selbst treu bin. Dass ich nichts mehr vorspielen muss. Dass ich nicht mehr entscheiden muss, um dem Druck zu entkommen, sondern warten kann, bis Klarheit da ist.
Und ja – ich gewinne Beziehung. Eine andere als zuvor. Weniger symbiotisch, weniger abhängig, weniger eng. Dafür echter. Tragfähiger. Lebendiger. Ich stehe neben meiner Frau, nicht über ihr und nicht unter ihr. Wir begegnen uns auf Augenhöhe – nicht, weil wir gleich sind, sondern weil keiner sich mehr verlassen muss. Und ich sage dir, es wird magnetisch. Eine schöne Anziehung auf Herzebene - was bedeutet, dass wir eine heisse Intimität entfaltet haben.
Dieser Weg ist schwer. Für jemanden, der Kontrolle als Überlebensstrategie gelernt hat, ist er zum Teil brutal. Aber er lohnt sich. Nicht, weil er alles rettet. Sondern weil er mich aus dem inneren Gefängnis führt, in dem ich so lange geglaubt habe, Sicherheit zu finden. Und meine Frau mit darin eingeschlossen hatte. Für mich war es Sicherheit und für sie Gefängnis.
Und vielleicht ist das die größte Belohnung:
Ich muss niemanden mehr kontrollieren, um mich sicher zu fühlen. Ich darf einfach da sein - und glücklich sein.
Und wenn du Lust hast, in die Innenwelt einer Frau einzutauchen, dann geht es hier entlang.
Meine Worte berühren dich?
Dann trag dich gern hier ein und komm in meinen inneren Kreis – für ehrliche Impulse, stille Kraft und kleine Erinnerungen an dich selbst.
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