Meine Worte berühren dich?
Dann trag dich gern hier ein und komm in meinen inneren Kreis – für ehrliche Impulse, stille Kraft und kleine Erinnerungen an dich selbst.

Du kümmerst dich, erledigst deine Aufgaben, bist für andere da. Und wenn dich jemand fragt, was du selbst möchtest, fällt dir kaum eine Antwort ein. Vielleicht kennst du diesen Gedanken: „Ich habe mich selbst verloren. Ich funktioniere, aber irgendwie komme ich in meinem eigenen Leben nicht mehr vor.“
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich habe mich in Beziehungen verloren, mich angepasst und meine Grenzen zu wenig wahrgenommen. Mich selbst wiederzufinden wurde zu einem langen, sehr persönlichen Weg. Deshalb liegt mir dieses Thema am Herzen.
Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen, genauer hinzuschauen: Was fehlt dir? Wo gehst du über dich hinweg? Und welcher kleine Schritt könnte dir helfen, wieder mehr nach deinen eigenen Bedürfnissen zu leben?
„Ich habe mich selbst verloren“ kann vieles ausdrücken. Vielleicht weißt du kaum noch, was dir Freude macht. Vielleicht entscheidest du vor allem danach, was andere von dir erwarten. Oder dein Leben hat sich so verändert, dass deine bisherige Vorstellung von dir nicht mehr dazu passt.
Mit diesen Worten beschreibst du zunächst dein Erleben. Sie sind keine Diagnose. Du musst auch nicht erst beweisen, dass es dir schlecht genug geht, um deine Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Eine hilfreiche Frage kann sein: Wo fehlt mir gerade der Kontakt zu mir selbst? Bei deinen Gefühlen? Deinen Wünschen? Deinen Entscheidungen? Oder bei dem Mut, das auszusprechen, was du längst weißt?
Vielleicht hast du noch nie besonders klar gespürt, was du möchtest. Dann kann es darum gehen, dich überhaupt erst kennenzulernen. Auch dafür darfst du dir Zeit nehmen.
Vielleicht erkennst du dich in einigen dieser Situationen wieder:
Diese Beispiele sind eine Einladung zum Nachdenken. Sie ergeben weder einen Punktwert noch ein Urteil über dich. Auch einzelne Fehler, Erschöpfung oder ein schlechter Tag beweisen nicht, dass du dich selbst verloren hast.
Schau lieber auf konkrete Situationen: Wann passiert das? Bei wem? Gibt es auch Momente, in denen du dich frei und mit dir verbunden fühlst? Gerade diese Unterschiede können dir zeigen, wo du ansetzen möchtest.
Zum Weiterhören: In meinem Podcast „Frau Selbstbewusst“ gibt es die Folge #115 – „Hilfe, ich weiss gar nicht, wer ich wirklich bin.“ Schon diese Frage trifft den Kern des Themas. Hier findest du meine YouTube-Playlist „Frau Selbstbewusst“.
Es lohnt sich, auf deine Lebensumstände zu schauen, ohne vorschnell eine einzige Ursache festzulegen. Vielleicht treffen mehrere Dinge zusammen.
Hilfsbereit zu sein kann dir wichtig sein. Schwierig wird es, wenn du bei jedem Wunsch anderer sofort prüfst, wie du ihn erfüllen kannst, und deine eigenen Möglichkeiten kaum berücksichtigst.
Vielleicht begleitet dich ein Satz wie: „Ich darf niemanden enttäuschen.“ Dann könntest du dich fragen: Was erwarte ich eigentlich von mir? Und würde ich das auch von einem Menschen verlangen, den ich gernhabe?
Gemeinsame Entscheidungen und Kompromisse gehören zu einer Beziehung. Dabei sollten die Wünsche beider Menschen Platz haben. Schau deshalb darauf, ob du deine Vorstellungen einbringen kannst und ob dein Nein respektiert wird.
Ich kenne es, mich ins Leben anderer einzufügen. Mich abzugrenzen war lange keine Stärke von mir. Dass ich dabei meine eigenen Wünsche aus dem Blick verlor, habe ich erst nach und nach verstanden.
Heute ist mir wichtig: Du darfst eine Beziehung mitgestalten. Deine Interessen, Freundschaften und Vorstellungen vom Leben gehören dazu. Nähe muss nicht bedeuten, dass ihr alles gemeinsam macht oder immer einer Meinung seid.
Die Frage „Kann ich mich hier entfalten?“ kann ein guter Anfang sein. Ebenso wichtig ist: „Was passiert, wenn ich etwas anderes möchte?“
Passend dazu im Podcast „Frau Selbstbewusst“: #60 – „Wenn Beziehungen nicht gut gelingen, denke an das…“ Hier geht es darum, was oft die Ursache ist wenn es mit den Beziehungen nicht klappt.
Arbeit, Familie, Fürsorge und Verpflichtungen können viel Platz einnehmen. Manchmal bleibt die Frage „Was brauche ich?“ über lange Zeit unbeantwortet.
Dann hilft es wenig, dir noch eine perfekte Selbstfürsorgeroutine vorzunehmen. Schau zuerst auf deine tatsächliche Belastung: Welche Aufgabe könntest du teilen? Wo brauchst du Unterstützung? Welche Erwartung lässt sich verändern? Nicht alles lässt sich allein durch eine andere innere Haltung lösen.
Nach einer Trennung, einem Verlust oder einer großen Veränderung können bisherige Pläne und Rollen nicht mehr passen. Vielleicht suchst du nach dem Menschen, der du vorher warst, während du zugleich spürst, dass etwas Neues entstehen muss.
Du darfst prüfen, was du bewahren möchtest und was heute anders sein darf. Du musst nicht sofort wissen, wohin es geht.
Ich schreibe über dieses Thema, weil es zu meiner eigenen Geschichte gehört. In meiner Kindheit gab es belastende Erfahrungen, schon als Jugendliche war ich depressiv, und später erlebte ich Mobbing im Berufsleben. Auch in Beziehungen verlor ich mich immer wieder und hatte Schwierigkeiten, mich abzugrenzen.
Ein Schicksalsschlag in meinem 25. Lebensjahr wurde zu einem Wendepunkt. Genauer gesagt war es die Entscheidung, die ich damals traf: Ich wollte, dass mein Leben anders wird. Ich wusste noch nicht genau, wie. Aber ich wusste, dass es so nicht bleiben sollte.
Mein eigener Weg erstreckte sich über fast 30 Jahre. Ich habe dabei nach und nach verstanden, wie ich mich angepasst hatte und weshalb es mir so schwerfiel, bei mir zu bleiben. Heute kenne ich mich und meine inneren Erfahrungen viel besser.
Diese Geschichte erzähle ich dir, weil ein Anfang auch dann möglich ist, wenn du noch keine fertige Antwort hast. Meine Erfahrung gibt keine Dauer für deinen Weg vor. Und sie bedeutet nicht, dass du alles allein herausfinden musst.
Den Anstoß zu diesem Artikel gab übrigens eine Blognacht bei Anna Koschinski. Ihr Schreibimpuls lautete: „Selbstschokolierung: Darin bin ich so richtig gut.“ Meine Antwort darauf war: Mich selbst wiederfinden. Und andere dabei unterstützen, sich selbst wieder näherzukommen. Genau deshalb wollte ich darüber schreiben.
Vielleicht suchst du nach einem Test, der dir eine eindeutige Antwort gibt. Die folgenden Fragen sind kein psychologischer Test. Sie sollen dir helfen, dein Erleben genauer zu beschreiben.
Wenn du gern schreibst, kannst du deine Beobachtungen über einige Wochen in einem Journal oder Kalender sammeln. Ein paar Sätze reichen: Was war heute stimmig? Wo bin ich über meine Grenze gegangen? Was hätte ich gebraucht?
Du musst daraus kein weiteres Projekt machen, bei dem du möglichst gut abschneiden sollst. Falls dich das Schreiben stärker ins Grübeln bringt oder überfordert, darfst du es lassen und dir Unterstützung im Gespräch suchen.
Du musst nicht sofort die Frage „Wer bin ich wirklich?“ beantworten. Vielleicht kannst du heute nur sagen: „Ich bin müde“ oder „Ich möchte gerade meine Ruhe“. Auch das ist eine brauchbare Information.
Versuche, diese Wahrnehmung nicht sofort wegzudiskutieren. Du kannst einen Wunsch ernst nehmen, auch wenn du ihn nicht unmittelbar erfüllen kannst. Dann lautet die nächste Frage vielleicht: „Wann wäre dafür Platz?“ oder „Wer könnte mich entlasten?“
Wähle etwas Überschaubares: wie du eine freie Stunde verbringen möchtest, welche Verabredung dir entspricht oder womit du dich beschäftigen willst. Beobachte dabei, was du selbst möchtest und welche Erwartungen du schon vorwegnehmen willst.
Es geht darum, deine eigene Antwort wieder häufiger zu berücksichtigen. Du darfst ausprobieren und deine Meinung später ändern.
Wenn du oft vorschnell Ja sagst, kann ein einfacher Satz helfen: „Ich schaue erst, ob das für mich passt, und melde mich.“ Damit entsteht ein Moment, in dem du deine Zeit, Kraft und Wünsche prüfen kannst.
Eine Grenze lässt sich konkret ausdrücken: „Heute kann ich das nicht übernehmen.“ Oder: „Ich möchte den Abend für mich haben.“ Du musst dafür nicht erst eine besonders überzeugende Rechtfertigung finden.
Was hat dir früher Freude gemacht? Was interessiert dich heute? Vielleicht möchtest du eine Freundschaft pflegen, wieder kreativ werden oder etwas ausprobieren, das bisher keinen Platz hatte.
Du musst frühere Interessen nicht wiederbeleben, wenn sie dir heute nichts mehr geben. Nimm sie als Anregung und prüfe, was tatsächlich zu dir passt.
Du kannst im Alltag auch auf einfache Bedürfnisse achten: Brauchst du eine Pause, etwas zu essen oder Bewegung? Dafür musst du nicht jedes Körpergefühl analysieren.
In meinem Podcast „Frau Selbstbewusst“ greife ich mit #97 – „Darm und Psyche oder wie der Vagusnerv deine Verdauung verändert“ außerdem ein körperbezogenes Thema auf. Probleme mit der Verdauung oder Bauchschmerzen sind ganz häufige Symptome, wenn das Nervensystem dysreguliert ist. Und das beginnt schon in der Kindheit. Welches Kind ist nicht schon zu Hause geblieben, wegen Bauchschmerzen?
Der Podcastverweis bedeutet nicht, dass Verdauungsbeschwerden ein Zeichen dafür wären, dich selbst verloren zu haben. Anhaltende oder neue Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt.
Manchmal reicht es nicht, dir mehr Zeit zu nehmen oder deine Wünsche aufzuschreiben. Wenn du anhaltend niedergeschlagen bist, kaum noch Freude empfindest oder deinen Alltag nur schwer bewältigst, ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung sinnvoll. Solche Beschwerden können unter anderem bei einer Depression vorkommen. Welche Ursache sie bei dir haben, lässt sich aus einem Blogartikel nicht feststellen. Informationen dazu bietet das IQWiG zum Thema Depression.
Auch nach traumatischen Erfahrungen können Menschen sich innerlich taub oder fremd im eigenen Leben fühlen. Nicht jede belastende Erfahrung führt jedoch zu einer Traumafolgestörung. Wenn Erinnerungen dich überwältigen oder du stark darunter leidest, suche fachkundige psychotherapeutische Unterstützung. Du brauchst belastende Erlebnisse nicht allein durchzuarbeiten. Mehr dazu findest du in den Informationen des IQWiG zur posttraumatischen Belastungsstörung.
Eine Hausarztpraxis oder eine psychotherapeutische Sprechstunde kann eine erste Anlaufstelle sein. Bei einer Depression lautet die Empfehlung je nach Situation Psychotherapie und Medikamente. Manche jedoch stellen den Einsatz von Medikamenten sehr infrage - wie zum Beispiel Peter Lehmann vom AntiPsychiatrieverlag. Eine ähnliche Erfahrung hat auch die amerikanische Psychiaterin Kelley Brogan. Sie hat ein Buch geschrieben mit dem Titel: Die Seele braucht keine Pillen. (Link führt zum Buch bei Amazon, Affiliatelink)
Ein Coaching ersetzt eine notwendige Behandlung nicht. Hier kannst du erfahren, wie du einen Psychotherapieplatz findest.
Vielleicht befürchtest du, dich zu stark anzupassen oder in einer Beziehung keinen Raum mehr für dich zu haben. Die Angst allein sagt noch nichts über ihre Ursache aus. Frage dich möglichst konkret: Was befürchte ich zu verlieren? Meine Entscheidungsfreiheit, Kontakte, Interessen oder etwas anderes? Wenn die Angst dich stark belastet, kann ein professionelles Gespräch helfen, sie einzuordnen.
Indem du deine Wünsche in gemeinsame Entscheidungen einbringst, eigene Kontakte und Interessen pflegst und darauf achtest, ob deine Grenzen respektiert werden. Das ist eine Aufgabe für beide: Du kannst deine Bedürfnisse ausdrücken, aber die Bereitschaft deines Gegenübers, darauf einzugehen, nicht allein herstellen.
Die beiden Erfahrungen können zusammen auftreten, meinen aber etwas Unterschiedliches. Fehlendes Selbstvertrauen kann heißen: „Ich weiß, was ich möchte, traue es mir aber nicht zu.“ Sich selbst verloren zu fühlen kann eher heißen: „Ich weiß kaum noch, was ich überhaupt möchte.“ Diese Unterscheidung kann dir helfen, die passende Frage zu stellen.
Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Meine eigene Geschichte ist kein Zeitplan für dich. Schau eher auf konkrete Veränderungen: Nimmst du einen Wunsch früher wahr? Kannst du dir vor einer Zusage Zeit geben? Holst du dir Unterstützung, wenn du sie brauchst? Auch kleine Veränderungen verdienen Beachtung.
Wenn du gerade denkst „Ich habe mich selbst verloren“, musst du heute nicht dein ganzes Leben neu ordnen. Vielleicht reicht es, einen Wunsch auszusprechen, eine Zusage zu überdenken oder ein Gespräch zu vereinbaren.
Ich wusste am Anfang meines eigenen Weges auch nicht genau, wohin er führen würde. Ich wusste zunächst nur, dass etwas anders werden sollte. Von dort aus konnte ich weitergehen.
Welche der Fragen aus diesem Artikel möchtest du heute mitnehmen? Schreib deine Antwort zunächst für dich auf. Wenn du magst, teile in den Kommentaren einen Gedanken, den du auch öffentlich erzählen möchtest.
Meine Worte berühren dich?
Dann trag dich gern hier ein und komm in meinen inneren Kreis – für ehrliche Impulse, stille Kraft und kleine Erinnerungen an dich selbst.
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